Ausstellungen
Kabinettstücke: Pettibons „Nervous Breakdown“
Der US-amerikanische Künstler Raymond Pettibon (* 1957 in Tucson, Arizona) gilt als hintersinniger Chronist der Gegenwart, der in seinem zeichnerischen Werk die prägenden Bildwelten und Narrative des 20. und 21. Jahrhunderts befragt. Dabei schöpft er aus einer Vielzahl von Quellen – von Literatur über Kunstgeschichte, Populärkultur und Religion bis hin zu Politik und Sport: Woodstock und der „Summer of Love“, Baseball und Surf, Rassismus, Drogen und Doppelmoral, die Kriege in Vietnam und im Irak sind wiederkehrende Themen und Motive. In seinen Bildwelten verbinden sich auf poetisch-kritische Weise Bild und Text zu einer schonungslosen Bestandsaufnahme des American Dream. Pettibons Anfänge liegen in der Punkrockszene von Los Angeles der späten 1970er, als er Bands Zeichnungen für Plattencover und Flyer zur Verfügung stellte. Solche Cover gelten als popkulturelle Ikonen. Mit über 200 Exponaten, allesamt Leihgaben der Sammlung Stefan Thull, bildet die Ausstellung im Wilhelm-Hack-Museum erstmals diesen Aspekt umfassend ab.