Ausstellungen
Kunstmuseum Stuttgart: Das kalte Herz
Ziemlich genau 200 Jahre alt ist Wilhelm Hauffs Märchen „Das kalte Herz“, und es spielt ganz klar in einer vergangenen Zeit. Ein armer Köhler ist der Protagonist – ein längst ausgestorbener Beruf. Auch Flößer, Glasbläser und andere einst im Schwarzwald übliche Professionen findet man heute längst nicht mehr in ihrer damaligen Form. Doch gefühllose Menschen mit „einem Herz aus Stein“ und Prioritäten auf materiellem Reichtum, die gibt es weiterhin, und somit ist auch das Grundmotiv des Märchens stets aktuell. Anhand von Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler – darunter zwei Neuproduktionen, die sich explizit mit dem Text beschäftigen – präsentiert eine Ausstellung in Stuttgart nun eine aktualisierte Lesart der im Märchen angelegten Leitmotive Identität, Gewalt und Heilung, Affekt sowie ökologische Ausbeutung vor dem Hintergrund des aktuellen Zeitgeschehens. Sie umfasst Werke u.a. von Kader Attia, Jenny Holzer, Jesper Just, Gabriela Oberkofler, Ricarda Roggan, Pol Taburet, Rosemarie Trockel sowie Nora Turato und ist im Kunstgebäude am Schlossplatz zu sehen, da das Kunstmuseum Stuttgart ab Mitte April wegen Sanierungsarbeiten für längere Zeit geschlossen bleibt und auf andere Räumlichkeiten ausweichen muss.