Ausstellungen
WHM: Politik am Küchentisch
Wie ernähren wir uns gegenwärtig, wie wollen wir zukünftig essen und leben und welche Auswirkungen wird dies haben? Die neue, internationale Gruppenausstellung „Politik am Küchentisch“ im Wilhelm-Hack-Museum nimmt individuelle wie gesellschaftliche – und somit auch politische – Aspekte der Ernährung mit ihren ökologischen, ökonomischen und sozialen Verflechtungen anhand zeitgenössischer künstlerischer Arbeiten in den Blick. Denn das, was wir essen, formt ganz unmittelbar uns selbst und wirkt mehr oder minder direkt auch auf die Umwelt, aus der die Nahrung schließlich stammt. Auch kulturelle Prägungen, Traditionen und Mechanismen spielen eine Rolle, und nicht zuletzt steht der Küchentisch auch sinnbildlich für einen Ort des Austauschs, des Gesprächs und im besten Falle auch des Genusses. All diese Facetten greifen die ausgestellten Arbeiten auf. Avocados sind bei uns Trend-Food und in Chile wasserhungrige Pflanzen – Patricia Domínguez greift diese Diskrepanz in „La balada de las sirenas secas“ auf. In der Ukraine wird das Wort „Palianytsia“, eine Art von Brot, als sprachliche Eintrittskarte zweckentfremdet – russische Zungen können es nur selten korrekt aussprechen. Bei der ukrainischen Künstlerin Zhanna Kadyrova liegen Brotlaibe auf einem Tisch, doch sie bestehen aus Steinen. Und das „Center for Genomic Gastronomy“ wirft mit „Terroir That Travels“ einen Blick auf geschützte Lokalprodukte: In Zeiten des Klimawandels geraten auch Agrarlandschaften in Bewegung…
23.05.-04.10., Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen