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Bühne

Cabaret im Capitol

Ob die Menschen vor 100 Jahren wohl ahnten, in welche epochale Katastrophe sie sich gerade hineinbewegen? Im Berlin der 1920er wurde auf jeden Fall gefeiert, als gäb’s kein Morgen mehr. Doch wer gut hinsah, konnte die ersten Schatten schon bemerken, und in den Dreißigern wurde immer deutlicher, wohin der Weg führt: erst zur Ausgrenzung, dann zur Vernichtung von Menschen, die nicht erwünscht waren. Zu Beginn des Musicals wird noch getanzt und gesungen, geliebt und gehofft im Cabaret Club, wo der Amerikaner Cliff auf die Nachtclub-Sängerin Sally trifft und eine Beziehung ihren Anfang nimmt. Doch ein Happy End ist nicht zu erwarten, genauso wenig wie bei der Beziehung zwischen Fräulein Schneider und Herrn Schultz – er ist Jude, sie zieht nach dieser Offenbarung die Verlobung zurück. Wie die Weltgeschichte weitergeht, wissen wir alle. Wie die kleinen privaten Geschichten sich entwickeln, zeigt die Capitol-Eigenproduktion mit toller Besetzung, großer Live-Band und einer fein austarierten Mischung aus Unterhaltung und Tiefgang. Übrigens ist „Cabaret“ auch das ideale Alternativ-Programm für alle, die man mit dem Fußballspiel Deutschland gegen Elfenbeinküste nicht locken kann!


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