NAVIGATION

Zurück

Bühne

Das Kulturparkett Rhein-Neckar

Kultur für alle zugänglich machen: Mit dem Kulturparkett Rhein-Neckar setzt sich der Verein seit vielen Jahren dafür ein, Menschen unabhängig von ihrer finanziellen Situation den Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen. Mit dem Kulturpass, zahlreichen Kooperationen und neuen Projekten baut das Team Barrieren ab und schafft Begegnungen. Im Gespräch mit „Delta im Quadrat“ erklärt Geschäftsführerin Anne-Marie Geisthardt, warum kulturelle Teilhabe weit mehr ist als ein vergünstigtes Ticket.

Delta im Quadrat, Natascha Zahn: Viele sprechen über kulturelle Teilhabe – beim Kulturparkett wird sie konkret umgesetzt. Was war damals der Auslöser für die Gründung?

Anne-Marie Geisthardt: Uns ist aufgefallen, dass bei vielen Kulturveranstaltungen Plätze frei bleiben, während sich gleichzeitig viele Menschen den Eintritt nicht leisten können. Mit dem Kulturpass bringen wir beides zusammen: Menschen mit geringem Einkommen erhalten kostenfrei Zugang zu Kultur, und die Veranstalter gewinnen neues Publikum. Unser Ziel ist es, kulturelle Teilhabe für alle möglich zu machen. Gerade in einer Region mit einem so vielfältigen Kulturangebot wie der Rhein-Neckar-Region sollte Armut kein Ausschlusskriterium sein. Kultur ist schließlich ein Menschenrecht.

NZ: Gibt es Begegnungen oder Rückmeldungen, die dir besonders im Kopf geblieben sind?

AMG: Es gibt viele bewegende Geschichten. Manche Gäste beschreiben Kultur als ihr „Lebenselixier“ oder sogar als ihr „Antidepressivum“. Besonders berührt es uns, wenn durch das Kulturparkett echte Freundschaften entstehen. Während der Corona-Pandemie haben sich Frauen, die sich über unser Angebot kennengelernt hatten, gegenseitig unterstützt. Solche Begegnungen zeigen, dass Kultur Menschen verbindet – weit über den eigentlichen Veranstaltungsbesuch hinaus.

NZ: Das Kulturparkett vermittelt längst nicht nur Tickets. Wie hat sich die Arbeit des Vereins verändert?

AMG: Wir haben gelernt, dass finanzielle Unterstützung allein oft nicht ausreicht. Deshalb bauen wir heute auch sprachliche, soziale oder organisatorische Hürden ab – etwa durch persönliche Beratung, Gruppenbesuche, Tandem-Angebote oder mehrsprachige Kulturvermittlung. Aktuell entwickeln wir zudem ein Projekt, das Kultur stärker in Pflegeeinrichtungen bringt und ältere Menschen wieder am kulturellen Leben teilhaben lässt.

NZ: Mannheim gilt als kulturell vielfältige Stadt. Wo erlebst du trotzdem noch Barrieren beim Zugang zu Kultur?

AMG: Oft fehlt der direkte Austausch zwischen Kulturschaffenden und ihrem Publikum. Menschen besuchen Kulturangebote vor allem dann, wenn sie sich persönlich angesprochen fühlen. Deshalb ist es wichtig, miteinander ins Gespräch zu kommen und Angebote so zu gestalten, dass möglichst viele Menschen einen Zugang dazu finden.

NZ: Wenn du auf die nächsten Jahre schaust: Was wünschst du dir für das Kulturparkett und für die Kulturlandschaft in der Region?

AMG: Gerade in Zeiten knapper Kassen darf Kultur nicht an Bedeutung verlieren. Sie stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ist wichtig für unsere Demokratie. Ich wünsche mir deshalb, dass Kommunen, Kultureinrichtungen, soziale Träger, Unternehmen und Politik noch enger zusammenarbeiten. Nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Kultur allen Menschen offensteht und niemand ausgeschlossen wird.

 


WERBUNG