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Bühne

De Profundis

Ein Psalm, eine Totenklage – oder ein Brief aus der Haft heraus verfasst: „De Profundis“, also „Aus der Tiefe heraus“ weckt viele Assoziationen. Eine davon ist Oscar Wilde. Im Mai 1895 wird der irische Autor zu zwei Jahren Einzelhaft verurteilt. Der Grund: seine offen ausgelebte Homosexualität. Kurz zuvor noch erlebte Wilde mit seiner Komödie „Bunbury“ (The Importance of Being Earnest) einen triumphalen Erfolg. Er schien angekommen in einer Gesellschaft, deren Äußerlichkeit er zugleich glamourös feierte und ironisch unterlief. Und die er dringend brauchte als Parkett und Spiegel seiner extravaganten Lebensweise. Nun findet er sich in einer Gefängniszelle wieder, seiner Würde und Identität beraubt. Aus dieser Qual heraus entsteht einer der längsten Briefe der Weltliteratur, später wird er unter dem Titel „De Profundis“ bekannt. Heute spielt Jens Harzer vom Berliner Ensemble diese Passionsgeschichte, intensiv und eindrucksvoll emotional.


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