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DINGE | ÜBER | LEBEN

Nicht alle überleben. Mevlüde Genç weiß das genau: Bei dem rechtsextremistisch und rassistisch motivierten Brandanschlag in Solingen 1993 starben zwei ihrer Töchter, zwei Enkelinnen und ihre Nichte. 17 weitere Personen erlitten zum Teil schwerste Verletzungen, darunter auch ihr Sohn. Mevlüde Genç lebte weiter – irgendwie. Mit Trauer, mit Fragen, bestimmt auch mit Verzweiflung, aber ohne in Hass und Vergeltung zu verfallen. Sie stand ein für Menschlichkeit und Frieden. 2022 starb sie im Alter von knapp 80 Jahren, doch sie hat Spuren hinterlassen. Andere, weichere Spuren als der Anschlag hinterließ! Die Regisseurin Ayşe Güvendiren errichtet nun ein theatrales Museum, eine Hommage an Mevlüde Genç: Mit Geschichten, Liedern, materiellen Zeugnissen und in engem Austausch mit Hinterbliebenen zeichnet sie das Leben einer Frau nach, die vielen nur als Trauernde in Erinnerung ist und die doch für so viel mehr steht – nicht zuletzt für konkret gelebte Zeitgeschichte im Kontext bundesdeutscher Migrationsgeschichte und rechten Terrors.

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