Bühne
Into The Hairy
Zu der hypnotischen elektronischen Musik des englischen Komponisten Koreless alias Lewis Roberts, in die sich sakrale Töne einfügen, erwacht eine Gruppe von Menschen zum Leben. Nur die blassen Gesichter und Hände sind beleuchtet. Das gespenstische Licht entfacht eine seltsame Zeremonie, die Sharon Eyal folgendermaßen beschreibt: „Ich liebe Schwarz. Für mich ist Schwarz Licht, und die Tänzer bringen das Licht.“ In diesem permanenten Halbdunkel von unterschiedlicher Intensität ruft die Bewegung eine schlafwandlerische Menschlichkeit hervor. Die spinnenartigen, hautengen Kostüme sind so dünn wie eine zweite Haut – eine bis in die Fingerspitzen raffinierte Ästhetik. „Into the Hairy“ erscheint wie ein Gemälde, das sich ständig neu zusammensetzt und wieder auflöst, mit eigenwilligen Körperhaltungen, zu grotesken Figuren verzerrten Silhouetten oder allegorischen Tableaus, die an ein Altarbild erinnern: ausgestreckte Arme, geneigte oder entblößte Oberkörper. Mit diesem Meisterwerk will Sharon Eyal eine cineastische Erfahrung hervorrufen, ohne einem konkreten narrativen Faden zu folgen.