Bühne
Moby Dick
Eine Bootsreise, das ist Ishmaels Art, „die Blutzirkulation zu regulieren“, wann immer „ein feuchter, nieselnder November in seiner Seele Einzug hält“. Und die Schiffe, auf denen er unterwegs ist, stehen für Dramatik: Die Pequod ist unterwegs, Wale zu fangen, und ihr Kapitän Ahab hat nur ein Ziel: Er hat noch eine Rechnung offen mit jenem weißen Wal, der ihm einst das Bein abriss. Mensch und Natur liefern sich einen erbarmungslosen Kampf, der erst mit dem Untergang der Pequod endet – Ishmael ist der einzige, der überlebt und davon erzählen kann. 1851 erschienen, ist der Roman heute immer noch ein Klassiker und auch auf der Theaterbühne eine Wucht! Regisseur Robert Wilson schafft mit überwältigenden Bildern eine sehr eigene Adaption: Seine expressionistische Lichtregie, die eingängigen Songs von Anna Calvi und die Präsenz des Ensembles am Düsseldorfer Schauspielhaus verweben sich zu einer suggestiven Komposition. „Moby Dick“ ist seine letzte Theaterarbeit, er starb im August 2025.