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Bühne

Uraufführung: „was übrig bleibt haha“

Wenn die neuesten Spielarten der Selbstoptimierung von „Work-Life-Balance“ bis „Meal-Prep“ reichen und die politische Lage akuten Weltschmerz auslöst, bietet Trash einen Ausweg. Trash ist bunt, wunderbar unkompliziert und anspruchslos. Trash sind aber auch Menschen, die von ihren Gesellschaften für weniger wert erklärt werden, und Trash ist der Müll, den wir produzieren. Barbi Marković, die gegenwärtige Hausautorin am NTM, greift in „was übrig bleibt haha“ dieses Sujet auf; Regisseurin Ruth Mensah setzt das Auftragswerk um. Heraus kommt „ein Theaterabend für alle, die genug haben von Überforderung, Ernsthaftigkeit und sauberen Lösungen“. Mehr dazu erzählt die Regisseurin selbst.

Delta im Quadrat: Welche Besonderheit und Herausforderung stellt so eine Uraufführung dar, wenn sich das Auftragswerk im Entstehungsprozess noch verändert und weiterentwickelt?

Ruth Mensah: Eine der größten Besonderheiten und Herausforderungen ist, dass das Auftragswerk noch im Entstehen ist. Der Text entwickelt sich also gleichzeitig mit unserem Regiekonzept und den Ideen für Bühne und Kostüm. Es ist total spannend herauszufinden, was das Regieteam an Intentionen der Autorin im Text liest, hört und ahnt, und daraus etwas zu entwickeln, das hoffentlich noch stimmig ist, wenn der Text zum Probenstart vorliegt. Dann zeigt sich, ob all unsere Intuitionen zusammenpassen. Wir hatten auch Glück, weil die Dramaturgin Mascha Luttmann hier eine tolle vermittelnde Arbeit leistet.

DiQ: Welcher inhaltliche Aspekt von „Was übrig bleibt haha“ hat dich bei der ersten Lektüre besonders fasziniert oder überrascht?

RM: Ich finde die Texte von Barbi so eindrucksvoll, weil sie es immer wieder schafft, hochkomplexe Themen wie Klassismus, Krieg oder Globalisierung mit viel Humor auf den Punkt zu bringen. Besonders gepackt hat mich hier, wie sie ausgehend von einer Hausmeisterin einen humorvollen Krimi über Herkunft, Freundschaft, Klasse und Revolution im Zeitalter des Trashs erzählt.

DiQ: Wie setzt ihr die Trash-Thematik visuell auf der Bühne um?

RM: Die drei Spielenden tragen Kostüme von Shayenne Di Martino: Polly-Pocket-artige Anzüge, dazu High Heels oder flauschige Hausschuhe und übergroßer Schmuck. Auf der Bühne bewegen sie sich um einen riesigen rosa Plüschhasen, der im Mittelpunkt steht. Überall liegen Requisiten verstreut, die Müll und den allgegenwärtigen Plastik-Trash unserer Zeit widerspiegeln.

 


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