Kinder
Explore Science: Weil Erfindungen & Entdeckungen so spannend sind
Seit 20 Jahren bringt Explore Science Kinder und Jugendliche in Mannheim spielerisch mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) in Berührung. Was als einzelne Veranstaltung begann, ist heute fester Bestandteil der regionalen Bildungslandschaft. Projektleiter Stephan Hölz begleitet Explore Science seit vielen Jahren und spricht im Interview über Forschergeist, Veränderungen und die Zukunft der MINT-Erlebnistage.
Delta im Quadrat, Tim Fischer: Explore Science feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Wenn Sie auf diese Zeit zurückblicken: Was hat sich am stärksten verändert und was ist im Kern bis heute gleich geblieben?
Stephan Hölz: In den vergangenen 20 Jahren hat sich Explore Science vor allem in seiner Reichweite weiterentwickelt. Aus einer Veranstaltung in Mannheim sind drei weitere Standorte in Bremen, Friedrichshafen und Magdeburg entstanden. Gleich geblieben ist das Ziel, Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften zu begeistern und sie selbst experimentieren zu lassen.
DiQ: Das diesjährige Leitthema lautet „Erfindungen & Entdeckungen“. Was genau bedeutet „Forschergeist“ für Sie und wie kann man ihn bei Kindern und Jugendlichen gezielt fördern?
SH: Forschergeist bedeutet für mich, Neugier, Fragen zu stellen und Dinge selbst herauszufinden. Kinder bringen diese Haltung von Natur aus mit, man muss ihnen nur Raum geben, sie zu entfalten. Bei Explore Science ermutigen wir sie, selbst aktiv zu werden.
DiQ: Der Ansatz von Explore Science ist stark interaktiv: Kinder und Jugendliche experimentieren selbst, statt nur zuzuschauen. Welche Bedeutung hat dieses „Lernen durch Ausprobieren“ im Vergleich zu klassischen Bildungsformaten?
SH: Wer Dinge selbst ausprobiert, versteht sie oft besser, als wenn sie nur erklärt werden. Genau darauf setzt Explore Science. Im Park entsteht so ein offener Lernraum. Kinder und Jugendliche können hier Naturwissenschaften spielerisch entdecken, etwa wenn sie selbst ein Windrad bauen und erleben, wie Energie entsteht.
DiQ: Mit dem Umzug vom Luisenpark in den Herzogenriedpark und der Ausweitung auf weitere Standorte hat sich Explore Science deutlich weiterentwickelt. Wie gelingt es, den ursprünglichen Charakter trotz dieses Wachstums zu bewahren?
SH: Explore Science erreicht heute insgesamt mehr Kinder und Jugendliche als noch vor einigen Jahren. Mit dem Umzug in den Herzogenriedpark sind wir zudem näher an den Menschen. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit Schulen zusammen und setzen weiter auf Angebote, bei denen Kinder und Jugendliche selbst ausprobieren können. Wir können die beeindruckende Zahl von 750.000 Teilnehmenden in den letzten 20 Jahren verzeichnen.
DiQ: Welche Wirkung wünschen Sie sich für die nächste Generation von Kindern und Jugendlichen, die Explore Science erleben?
SH: Wir wünschen uns, dass Explore Science Neugier und Selbstvertrauen im Umgang mit MINT-Themen stärkt. Wer früh erlebt, dass er Dinge selbst verstehen kann, nimmt diese Erfahrung oft mit. Im besten Fall entsteht daraus die Motivation, sich intensiver mit MINT zu beschäftigen, sei es in der Schule, im Studium oder im Beruf.
DiQ: Was erwartet die Besucherinnen und Besucher 2026 unter dem Motto „Erfindungen & Entdeckungen“?
SH: Besucherinnen und Besucher können an allen Stationen selbst aktiv werden, etwa beim Programmieren von Robotern, im Laser-Labyrinth oder beim Erkunden des Sonnensystems mit Teleskopen. Auch eine Dampfmaschine lässt sich in Aktion erleben, außerdem können Meteoriten untersucht oder eigene Drucke gestaltet werden. Die Inhalte entstehen in enger Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern aus Bildung und Wissenschaft, viele davon aus der Region. Ergänzt wird das Programm durch Experimente-Shows und ein naturwissenschaftliches Kindertheater.