Leben im Delta
75 Jahre Kino von morgen
Seit 75 Ausgaben ist das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg fest im kulturellen Kalender der Region verankert. 1952 gegründet, ist das IFFMH dabei nach der Berlinale das zweitälteste Filmfestival Deutschlands. Junge Filmschaffende bekommen hier eine Bühne, oft lange bevor ihre Namen einem großen Publikum bekannt sind. Vom 05. bis 15. November feiert das Festival nun Jubiläum. Unter dem Motto „Imagine Futures!“ erkundet das Festival, wie sich Zukunft denken, erzählen und gestalten lässt.
Der internationale Wettbewerb ON THE RISE ist weiterhin das Herzstück des Festivals. 16 fiktionale Langfilme von Regisseurinnen und Regisseuren am Anfang ihrer Karrieren konkurrieren um die Festivalpreise. Gezeigt werden erste und zweite Werke aus unterschiedlichen Ländern als Deutschland-
premieren. Zum Programm gehören etwa das Familiendrama „The Guest“, die kroatische Partner-in-Crime-Geschichte „Gelegenheitsdiebe“, der deutsche Beitrag „Lovers Sleep Alone“ und „A Day in the Life of Jo: Chapter Phaedra“ aus Griechenland, der bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Orizzonti-Preis für die beste Regie ausgezeichnet wurde. Außerdem sind im Programm bekannte Filmschaffende vertreten: Jordan Firstmans „Club Kid“ sorgte bereits in Cannes für Aufmerksamkeit, Danny Boyle erzählt in „Ink“ vom Aufstieg der britischen Boulevardzeitung The Sun und Rupert Murdoch. Wim Wenders widmet sich in seiner neuen 3D-Dokumentation „From Inside Out – Die Architektur von Peter Zumthor“ dem Schweizer Architekten.
Zum Jubiläum nimmt auch die Retrospektive das Festivalmotto auf. „Back to the Futures – Utopien vs. Dystopien“ versammelt zwölf Filme aus den Jahren 1956 bis 2023 und zeigt, wie unterschiedlich das Kino über Jahrzehnte hinweg vom Kommenden erzählt hat. Stanley Kubricks „2001: A Space Odyssey“ trifft dabei auf Andrei Tarkowskis „Stalker“, Spike Jonzes „Her“ oder Harold Ramis’ „Groundhog Day“. Mal erscheinen technische Entwicklungen als Verheißung, mal als Bedrohung, mal kippt die vermeintliche Utopie ins Gegenteil. Hierbei macht gerade der zeitliche Abstand den Reiz aus, denn manche Zukunftsbilder wirken heute erstaunlich vertraut, während andere vor allem viel darüber erzählen, welche Hoffnungen und Ängste ihre Entstehungszeit geprägt haben.
Auch für junge Filmfans ist ein buntes Programm geboten! Beim JUNGEN FILMFEST gibt es aktuelle internationale Kinofilme aus Schweden, Brasilien, Frankreich, Mexiko und Argentinien sowie den japanischen Anime-Klassiker „Mein Nachbar Totoro“ zu sehen. Erzählt wird unter anderem von Freundschaft und Familie, Umweltverschmutzung, Trauer und Neuanfängen. Dazu kommt ein eigenes Rahmenprogramm. In Heidelberg liest Kinderbuchautor Ingo Siegner am 07. November aus „Der kleine Drache Kokosnuss: Einsatz bei der Feuerwehr“. Einen Tag später gehört die Mannheimer Festival-Lounge im Stadthaus N 1 den Familien. Zwischen 11 und 17 Uhr stehen dort Filme, Kreativangebote und Workshops auf dem Programm. Mit dabei ist auch JUNGES-FILMFEST-Patin Clarissa Corrêa da Silva.
Vom Kinosaal geht es außerdem auf den Dance Floor: Für eine rauschende Geburtstagsparty sorgt DJ Lars Eidinger hinter den Plattentellern. Am 13. November legt er in der Alten Feuerwache Mannheim seine „Anti Disco“ auf – Support kommt von elaru & dether. Das Publikum darf sich also auf eine vollgepackte Jubiläumsausgabe mit Filmen, Events und natürlich auch spannenden Gästen freuen.
75. Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg
Do, 05.11. bis So, 15.11.
Kinos in Mannheim und Heidelberg
Festival-Lounges im Stadthaus N 1 in Mannheim
und im Karlstorbahnhof Heidelberg
Programm & Tickets: www.iffmh.de



