Leben im Delta
Achtsamkeit: Entspannt im Hier und Jetzt
In der Rush Hour des Alltags, in der oft alles gleichzeitig passiert und bedacht werden will, kommt der Blick für den einzigartigen Moment schnell zu kurz. Achtsamkeit bedeutet, im Augenblick zu leben, statt sich mit Zukunft oder Vergangenheit zu beschäftigen. Mit Übungen, Traumreisen und Meditation lässt sich diese Haltung trainieren – für mehr Ruhe, Freude und Zufriedenheit im Leben. Für viele ist das zunächst weit weg von der eigenen Realität: Die Gedanken hängen in Zukunft oder Vergangenheit fest, kreisen um Sorgen oder darum, was als Nächstes kommt, und neigen dazu, ständig zu bewerten und zu vergleichen. Zu oft beschäftigt sich der Mensch mit dem, was negativ wirkt, statt sich auf die schönen Dinge zu konzentrieren.
Den Moment beachten, ohne zu bewerten
Im Kern des Achtsamkeitsgedankens steht ein einfacher Satz: „Lebe im Hier und Jetzt und nicht in der Sorgenwelt von gestern oder morgen.“ Entspannung fängt demnach im Kopf an. Ein achtsamer Mensch nimmt den Augenblick wahr, ohne ihn zu bewerten. Mittlerweile ist auch die Forschung davon überzeugt, dass sich durch Achtsamkeitstraining das persönliche Wohlbefinden deutlich steigern lässt. Ulrich Ott von der Universität Gießen beschreibt die Wirkung mit einem Bild: „Ich gehe beim Meditieren auf einen Berg und schaue hinunter ins Tal. Das heißt, ich bin nun in einer Position, die ein bisschen dem Alltagsgeschäft enthoben ist und kann auf das Ganze herunterschauen.“ Der veränderte Blickwinkel lässt so neue Lösungswege für innere Konflikte entstehen. Vorreiter des Achtsamkeitstrainings in der westlichen Welt war der Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn von der University of Massachusetts, der Ende der 1970er-Jahre das medizinische Achtsamkeitstraining MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) entwickelte – zu Deutsch: Stressbewältigung durch Achtsamkeit.
Achtsamkeit lässt sich erlernen und trainieren
Seit Jahrhunderten ist Achtsamkeitstraining Teil des Buddhismus und der Meditation. Die Übungen lassen sich einfach erlernen und jederzeit anwenden. Ein Beispiel: der Kaffee am Morgen. Für viele gehört er zur täglichen Routine, während im Kopf längst der Autopilot läuft – beim Kaffeetrinken wird schon an die Kleidung gedacht, beim Anziehen an die Verkehrslage, im Auto an den nächsten Termin. Achtsamkeit bedeutet, diesen Autopiloten bewusst auszuschalten: das Brummen der Kaffeemaschine wahrnehmen, das Mahlen der Bohnen, den Duft, die Wärme der Tasse in den Händen, den ersten Schluck bewusst genießen. Auch unangenehme Momente eignen sich für das Training, denn gerade sie stärken die eigene Psyche. Wer im Feierabendstau ärgerliche Gedanken loslassen kann, schützt Gemüt und Gesundheit. Eine Übung dafür ist es, bewusst Musik zu hören, die eigentlich nicht gefällt, jedes Instrument und den Rhythmus wahrzunehmen, den eigenen Herzschlag zu spüren – und danach in die gewohnte Stille oder die Lieblingsmusik zurückzukehren, um den Unterschied bewusst zu erleben. Weitere Möglichkeiten: die Ohren kurz zuhalten und dann bewusst in die Geräusche der Umgebung hineinhören; beim Radfahren den Wind auf der Haut spüren oder in einer überfüllten Bahn unangenehme Eindrücke wahrnehmen und vorbeiziehen lassen. Das Geheimnis der Achtsamkeit liegt darin, all das bewusst wahrzunehmen und wieder loszulassen.
Achtsamkeit trainieren für mehr Gelassenheit und mentale Entspannung
In den Pfitzenmeier Fitnessstudios werden vielfältige Achtsamkeits- und Yoga-Kurse angeboten. Im Rahmen der Kurskategorie „Body & Mind“ gibt es zahlreiche Kurse, die auf körperliche und geistige Entspannung, Kraft, Stabilität, Stretching, Meditation und stärkende, bewusste Übungen abzielen. Seit Kurzem wird für Mitglieder zudem der Online-Präventionskurs „YARA – Entspannung erleben“ angeboten, der Stressprävention, bewusste Wahrnehmung, Gefühlsregulation und Bewegung miteinander verbindet.
