Leben im Delta
BlueNite: Wenn Tasten unter Strom stehen
Wer sagt denn, dass Jazz und elektronische Klangästhetik sich gegenseitig ausschließen müssen? Vielmehr können sie auch eine unwiderstehliche Einheit bilden. Im Rahmen der Reihe „BlueNites“ prägen elektrisch verstärkte Keyboards den Sound und verschieben den Schwerpunkt vom akustischen Flügel hin zu Fender Rhodes, Wurlitzer, Moog-Synthesizer und Hammond-Orgel, wenn Jazzpianist Sebastian Gahler mit seinem Programm „Electric Stories“ ins Wormer Theater kommt. Eine Kombination aus Vintage-Keyboards ersetzt den klassischen Flügel. Heraus kommt ein Sound, der sich am Elektro-, Funk- und Fusion-Jazz der 1960er und 1970er Jahre orientiert und Einflüsse wie Herbie Hancocks Album „Head Hunters“ aufgreift. Die Stücke, die Gahler mit seinem Quintett präsentiert, folgen dabei weniger festen Mustern als einer offenen Erzählweise, in der sich Improvisation und Arrangement ergänzen. So entsteht ein Konzert, das die Tradition gleichermaßen wahrt und dennoch in einen zeitgenössischen Kontext überführt.