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Leben im Delta

„Das hätte ich jetzt weggeschmissen“

Schätzen, staunen, mitbieten: Beim Mannheimer Leihamt wird es im Herbst gleich zweimal interessant. Beim Schätzertag am 20. Oktober können Besucherinnen und Besucher ihre persönlichen Schätze fachkundig begutachten lassen, bevor am 10. November bei der großen Versteigerung wieder zahlreiche Fundstücke unter den Hammer kommen. Geschäftsführer Anton Meinzer verrät, was die beiden Termine besonders macht und warum sich ein Besuch im Leihamt lohnt.

Delta im Quadrat, Tim Fischer: Am 20. Oktober steht beim Leihamt wieder der Schätzertag an. Was erwartet die Besucherinnen und Besucher an diesem Tag?

Anton Meinzer: Wir erhalten regelmäßig Anfragen nach Schätzungen. Würden wir diese Dienstleistung im täglichen Geschäft anbieten, hätten wir vermutlich rund 100 Anfragen pro Tag und könnten unserem eigentlichen Auftrag, Menschen in schwierigen Liquiditätssituationen zu unterstützen, nicht mehr in vollem Umfang nachkommen. Dennoch möchten wir unseren Kundinnen und Kunden diese Möglichkeit nicht verwehren und bieten deshalb unseren Schätzertag an. Die Schätzung ist unverbindlich und kostenlos. Mitgebracht werden können Schmuck, Uhren und Taschenuhren, Münzen, Zahngold oder beschädigter Schmuck. Unsere Experten geben eine realistische Einschätzung des aktuellen Wertes.

DiQ: Gibt es Gegenstände, deren Wert anders ausfällt, als die Besitzerinnen und Besitzer vermuten?

AM: Besonders bei Goldschmuck oder Zahngold erleben wir immer wieder Überraschungen. Durch den aktuell hohen Goldpreis können selbst kleinere Mengen schnell einen beachtlichen Wert erreichen. Auch bei Münzen gibt es interessante Funde. In Münzalben befinden sich häufig klassische Urlaubsmitbringsel, dazwischen findet sich aber nicht selten die eine oder andere Gold- oder Silbermünze. Besonders spannend finde ich Situationen, in denen Kundinnen und Kunden bereits selbst aussortiert haben und davon ausgehen, dass bestimmte Gegenstände keinen Wert besitzen. Bei der Prüfung stellt sich dann heraus, dass sich darunter doch das eine oder andere wertvolle Stück befindet. Nicht selten hören wir anschließend den Satz: „Das hätte ich jetzt weggeschmissen.“

DiQ: Am 10. November folgt die große Versteigerung. Was kommt typischerweise unter den Hammer?

AM: Typischerweise kommt bei unseren Versteigerungen eine große Bandbreite an Gegenständen unter den Hammer. Dazu gehören Schmuck, Handtaschen, Porzellan, Uhren oder Märklin-Eisenbahnen. Darüber hinaus gibt es immer wieder kuriose Stücke, etwa einen Bierdeckel mit einer vermeintlichen Unterschrift von Elvis Presley aus der Zeit, als er als Soldat in Deutschland stationiert war.

DiQ: Wie können Interessierte teilnehmen?

AM: Etwa 10 Tage vor der Versteigerung wird über unsere Website der Onlinekatalog veröffentlicht. Dort findet sich auch der Link zur Auktionsplattform Lot-tissimo.com. Wer mitbieten möchte, muss sich dort registrieren. Wer zunächst nur zuschauen und sich einen Eindruck verschaffen möchte, kann dies ohne Anmeldung tun. Am 10. November holen wir die regulär online stattfindende Auktion außerdem zurück ins Leihamt. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, persönlich vorbeizukommen und vor Ort mitzubieten.

DiQ: Was wünschen Sie sich, dass Menschen nach einem Schätzertag oder einer Auktion über das Leihamt denken?

AM: Ich kann jedem nur empfehlen, einfach einmal bei uns vorbeizukommen. Viele Menschen wissen gar nicht genau, welche Aufgaben und Möglichkeiten das Leihamt bietet, und sind bei einem Besuch anschließend positiv überrascht. Neben der klassischen Beleihung und dem Ankauf bieten wir ein breites Spektrum an Leistungen und verfügen über umfangreiches Expertenwissen. Auch unsere Eingangshalle ist meiner Meinung nach immer einen Besuch wert.

 

 


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