NAVIGATION

Zurück

Leben im Delta

Kim Behm und Yvonne Vogel: „Machen, tun, sich trauen“

Unsere Fragen rund um das Thema „weibliche Vorbilder“ haben wir auch an Kim Behm und Yvonne Vogel gestellt. Sie sind die Betreiberinnen des PORT25 – Raum für Gegenwartskunst im Jungbusch.

Delta im Quadrat: Welche besonderen Chancen oder auch Hürden habt ihr auf eurem Weg als Frauen erlebt und welche Haltung hat euch geholfen, dranzubleiben?

Yvonne Vogel: Ich habe immer gemacht, was ich wollte, mich nicht von meinen Vorhaben abbringen lassen und meine Karriere in die Hand genommen. Dafür muss man allerdings wissen, was man will.

Kim Behm: Ich habe durchaus immer wieder Begrenzungen erfahren, nur weil ich eine Frau bin. Es gibt viele – vor allem ungeschriebene – Regeln und nicht nur gläserne Decken, sondern auch Wände. Aber letztlich ist es vielleicht sogar einfacher, Regeln zu brechen, wenn man erkannt hat, dass sie fiktive Setzungen sind, die einem wie ein Korsett die Luft abschnüren. Und wenn da mal wieder eine Begrenzung auftaucht, wird es irgendwo einen Weg drumherum geben. Diese Nebenwege sind wahrscheinlich bereichernder als der direkte Weg, man muss nur die Augen offenhalten.

DiQ: Welche Entscheidung oder welches Lernmoment war für eure persönliche oder unternehmerische Entwicklung besonders prägend?

YV: Sehr wichtig war für mich die Begegnung mit dem kürzlich verstorbenen Hans Gercke. Als ich 1997 als Grafikerin und technische Leiterin an den Heidelberger Kunstverein kam, hat er mir alle Türen geöffnet und mir einfach vertraut. Er war ein großartiger Lehrer, mit dem ich viele Jahre zusammenarbeiten durfte.

KB: Es gibt eine Reihe wunderbarer Frauen, die für meinen Weg als Galeristin wegweisend waren. Ein großes Vorbild war Annely Juda, deren Haltung mich schon als Jugendliche beeindruckt hat. Aber auch hier in der Region gab es Kolleginnen wie die Galeristinnen Ursula Keller und Blanka Heinecke, die wichtige Gesprächspartnerinnen und gute Freundinnen waren.

DiQ: Wer in unserer Region eine Idee hat und sie in ein erfolgreiches Projekt verwandeln möchte, kann viel von eurer Erfahrung lernen: Welche drei Dinge würdet ihr Menschen mitgeben, die gerade am Anfang stehen?

YV: Machen, tun, sich trauen.

KB: Anderen zuhören, aber nicht immer auf andere hören.

DiQ: Was treibt euch heute an – und was gibt euch die Energie, euch weiterhin mit voller Überzeugung für euer Projekt einzusetzen?

YV: Die Arbeit im PORT25 und zu sehen, dass sie gesehen wird und Anerkennung findet. Wir haben hier einen Ort des Austauschs für die Künstlerinnen und Künstler sowie die Besucherinnen und Besucher geschaffen.

KB: Ja, und besonders schön ist es, wenn unsere Bemühungen, zu vernetzen, Wege und Augen zu öffnen, erfolgreich sind.

 


WERBUNG