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Leben im Delta

„Nachhaltigkeit bedeutet, verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen“

Das Gemeinschafts-Müllheizkraftwerk Ludwigshafen (GML) ist das zentrale Rückgrat der Abfallverwertung in der Region und versorgt zugleich viele Haushalte mit Energie aus Restmüll. Wir sprachen mit dem Geschäftsführer Jochen Schütz.

Delta im Quadrat: Wie verstehen Sie bei der GML den Begriff Nachhaltigkeit im Kontext Ihrer zentralen Aufgabe als Müllheizkraftwerk?

Jochen Schütz: Nachhaltigkeit bedeutet für uns vor allem, verantwortungsvoll mit den Ressourcen umzugehen, die in unserer Region anfallen. Abfälle sind nicht nur ein Entsorgungsproblem, sondern enthalten auch Energie und Wertstoffe. Unsere Aufgabe ist es, den nicht mehr recycelbaren Restabfall sicher zu verwerten und dabei möglichst viel Energie zurückzugewinnen. Im Müllheizkraftwerk entsteht aus Abfall Heißdampf, den die TWL in Strom und Fernwärme umwandelt, die in Ludwigshafen und der Region genutzt werden können. Gleichzeitig achten wir sehr darauf, dass unsere Anlage auf dem neuesten Stand der Technik betrieben wird. Moderne Filter- und Reinigungssysteme sorgen dafür, dass Emissionen weit unter den gesetzlichen Grenzwerten bleiben.

DiQ: Ein wichtiger Baustein Ihrer Öffentlichkeitsarbeit ist das Freilandklassenzimmer als Lernort für Schüler. Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Bildungsangebot?

JS: Mit dem Freilandklassenzimmer lernen die Kinder und Jugendlichen, wie Kreislaufwirtschaft funktioniert, welche Stoffe recycelt werden können und warum es für bestimmte Abfälle eine energetische Verwertung braucht. In den letzten Jahren haben wir unsere Bildungsangebote weiterentwickelt und stärker an die Lehrpläne angepasst. Unser Ziel ist es, Verständnis für komplexe Zusammenhänge zu schaffen und gleichzeitig zu zeigen, dass jeder Einzelne im Alltag etwas beitragen kann.

DiQ: GML führt immer wieder Workshops, Mitmach-Aktionen und Führungen durch, zum Beispiel mit dem NABU oder mit Schulgruppen. Welche Bedeutung haben solche Kooperationen für Ihre Nachhaltigkeitsarbeit?

JS: Kooperationen sind für uns sehr wichtig, weil Umweltbildung am besten gemeinsam funktioniert. Organisationen wie der NABU oder Schulen bringen eigene Perspektiven und Erfahrungen ein, die unsere Angebote bereichern. Schulklassen, Familien, Vereine oder interessierte Bürger können sich direkt vor Ort informieren und Fragen stellen. Transparenz ist aus unserer Sicht ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Unternehmensführung.

DiQ: Welche aktuellen oder geplanten Maßnahmen gehen über klassische Entsorgung hinaus und setzen neue Nachhaltigkeitsimpulse? Und was hat es mit den Falken auf sich?

JS: In den letzten Jahren haben wir viel in die Modernisierung unserer Anlage investiert. Neue Anlagentechnik sorgt dafür, dass wir Abfälle effizienter verwerten und gleichzeitig die Emissionen weiter reduzieren können. Durch die Fernwärmeversorgung können außerdem Haushalte und Unternehmen in der Region klimafreundlicher mit Wärme versorgt werden. Und schließlich gibt es da noch ein schönes Zeichen dafür, dass industrielle Anlagen und Natur durchaus nebeneinander existieren können: Denn seit einigen Jahren brüten Wanderfalken an unserem Schornstein. Diese seltenen Greifvögel haben sich dort einen Nistplatz gesucht und ziehen regelmäßig Nachwuchs auf.

 


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